Teneriffa im Februar 2012

Reisebericht  Teneriffa 11. – 18. Februar 2012

Teneriffa ist die grösste der sieben Kanarischen Inseln – sie liegt auf gleicher Höhe wie die Sahara, Kuwait oder Florida – ca. 300 Kilometer westlich des südlichen Marokko und ist etwas grösser als der Kanton Zürich. Die Insel wurde bis ins 15.Jh. von den Guanchen bewohnt, dann kamen die Spanier. Die Hauptstadt Teneriffas ist Santa Cruz.

Unsere Reise:

Samstag 11.Februar

Es ist noch tiefer Winter als wir Weinfelden verlassen. Mit dem Intercity fahren wir direkt zum Flughafen, wo wir nach dem einchecken noch gemütlich frühstücken. Unser Flug startet um 12 Uhr. Nach einem angenehmen Flug mit AirBerlin landen wir 4¼ Stunden später auf dem Südflugplatz von Teneriffa. Es ist leicht bewölkt bei knapp 20°.

Bei Avis am Flughafen holen wir unser Mietauto ab, es ist ein schwarzer VW Polo, neuestes Modell.

Nun geht’s auf der Autobahn zum Hotel in Playa de las Americas – eine knapp ½-stündige Fahrt. Nach dem zweiten Anlauf finden wir auch unser Hotel (das GPS ist noch im Koffer). Unser Zuhause für eine Woche wird das Mare Nostrum Resort sein, das sich aus drei verschiedenen Hotels zusammensetzt. Wir wohnen im Cleopatra Palace, können aber die Angebote (Restaurants, Pools…) aller drei Hotels nutzen.

Wir bekommen ein grosses Zimmer mit Blick auf die Poolanlage, die Berge und das Meer, dazu haben wir einen grossen Balkon mit eigenem Pool.

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Nach dem beziehen des Zimmers machen wir einen Bummel durch die Shopping-Promenade, die direkt hinter dem Hotel liegt. Da finden wir auch unzählige Restaurants. So beschliessen wir heute im „Mamma Mia“ ein Filet Mignon zu essen. Danach noch ein Verdauungsspaziergang und dann freuen wir uns aufs Bett, denn wir haben eine Stunde Zeitverschiebung.

Ägyptischer Touch – Hotel Cleopatra

Restaurants und Shops an der Promenade

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Sonntag 12.Februar

Nach dem Frühstück vom reichhaltigen Buffet, machen wir uns auf den Weg der Südküste entlang. Den ersten Halt machen wir in Güimar, wo wir zuerst mal den Markt besuchen. Ich kaufe Teide-Honig und Palm-Honig. Danach machen wir einen kurzen Besuch in der Kirche von Güimar.

Unser Ziel sind aber die Pyramiden, wo der Norweger Forscher und Abenteurer Thor Heyerdahl Ausgrabungen vornehmen liess. Die Pyramiden liegen in einer schönen Parkanlage mit Spazierwegen und vielen Blumen.

Pyramiden von Güimar

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Mit jedem Fortschritt der Archäologen sah Heyerdahl seine Hypothese mehr und mehr bestätigt, dass die Pyramiden von Güimar in direktem zeitlichen und konstruktiven Kontext mit denen auf Sizilien, in Mexiko, Peru, Polynesien und Mesopotamien stehen. Was dann auch bedeuten würde, dass schon vor Columbus der Atlantik überquert wurde. Dass dies möglich war, hatte Heyerdahl Jahre zuvor bereits durch seine Atlantikexpedition mit dem Papyrusboot „Ra II“ bewiesen.

Wir sehen uns einen Film an über die Versuche von Thor Heyerdahl den Atlantik mit einem Papyrusboot zu überqueren (Kon-Tiki, Ra l und Ra ll) was ihm dann auch gelang.

Heyerdahls Kon-Tiki sowie RA I und II

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Nach einem Imbiss in Güimar fahren wir nach Candelaria –

einem Wallfahrtsort, ebenfalls an der Südküste. Wir haben Glück, denn da findet gerade ein Volksfest statt – mit viel Musik und Volkstanz. Auch die Ortschaft Candelaria ist ganz hübsch.

einstige Guanchenkönige stehen hier Parade

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Von hier aus fahren wir noch in die Hauptstadt Santa Cruz.

Musikhalle von Santa Cruz

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Die Promenade dem Meer entlang ist sehr schön, aber sonst ist es halt eine Grossstadt – und wir sind keine Freunde von grossen Städten. So fahren wir bald wieder zurück zum Hotel, bummeln noch auf der Shopping-Promenade und essen dann im Hotel vom Abend-Buffet.

Montag 13.Februar

Es ist ein wolkenloser Morgen, so beschliessen wir heute auf den Pico del Teide zu fahren – dies ist ein Vulkan und der höchste Berg Spaniens (3718 m).

Schon die Fahrt hinauf zum Teide Nationalpark ist eine Wucht

– in den tieferen Lagen blühen überall die Mandelbäume, dann geht es hinauf auf über 2’000m, wo die grossen Lavafelder sind und immer wieder bizarre Lava-Felsformationen.

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Immer wieder sieht man Vulkankegel. Es erinnert uns sehr an die Vulkaninsel Lanzarote, wo wir auch zweimal Ferien verbrachten. Mit der Seilbahn schweben wir auf 3’550 m hinauf, von wo man eine tolle Weitsicht hat.

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Wieder unten bei der Talstation, machen wir einen langen Spaziergang auf einer Hochebene aus Lavasand – es ist herrlich da zu wandern, zwischen all den Felsbrocken, wie eine Mondlandschaft.

Spaziergang im Lavasand

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Wir fahren auf der Nordseite des Teide zurück nach Playa de las Americas zum Hotel. Auf der Nordseite hat es wie so oft Wolken und die Büsche sind sogar mit Frost überzogen.

Auch heute gibt es wieder einen obligaten Abendspaziergang. Danach gönnen wir uns ein Chateaubriand – perfekt gebraten auf dem offenen Feuer, serviert mit Kartoffeln und viel gebratenem Gemüse – danach natürlich wie jeden Abend ein feines Dessert.

Dienstag 14.Februar

Wir werden durch den Gesang einer Amsel geweckt, die auf unserer Terrasse ein Morgenlied singt! Es ist wieder fast wolkenlos. Wir beschliessen heute zum Bergdorf Masca zu fahren.

Auf einer sehr schmalen, kurvigen Strasse geht es stetig bergan, wieder vorbei an unzähligen blühenden Mandelbäumen – durch eine zerklüftete Landschaft.

blühende Mandelbäume im Februar

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Das kleine 100-Seelen-Dorf Masca liegt in einem Krater auf etwa 800 m und war früher ein Fluchtort vor den Piraten. In einem herzigen Beizli gönnen wir uns ein grosses Stück feinen Kaktuskuchen (aus Kaktusfrüchten) und einen Kaffee, der aber überhaupt nicht nach Kaffee schmeckt – eher irgendwie chemisch – aber was soll’s . Ich kaufe hier noch 2 Gläser Confi (einmal Kaktus und einmal Feige).

Bergdorf Masca

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Von Masca aus fahren wir weiter über eine ebenfalls sehr schmale Passstrasse hinunter zur Nordküste der Insel. Die Nordseite ist eindeutig grüner und es wird vieles angebaut. Die Wolken stauen sich oft am Teide-Massiv und so regnet es öfters oder es hat zumindest Nebel.

Einen kurzen Halt machen wir in El Palmar

und fahren dann weiter über Buena Vista del Norte (an der nordwestlichen Spitze der Insel) nach Carachico, dem einstigen Hafen an der Nordküste. Die Küste ist hier schroff und felsig. Wir fahren durch Bananenplantagen bis Puerto de la Cruz, der grössten Ortschaft auf der Nordseite.

Nordküste

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Von hier aus nehmen wir die Strasse quer über den Teide-Nationalpark zurück zur Südseite der Insel. Bei den „Roques de Garcia“ (auf über 2000 m) machen wir noch einen langen Spaziergang. Mich faszinieren die bizarren Felsformationen.

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Heute Abend besuchen wir die Show „Aire“ von Carmen Motta – ein Spanisches Ballett mit 13 Tänzerinnen und 13 Tänzern. Einfach atemberaubend!!

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Mittwoch 15.Februar

Heute bleiben wir auf der Südseite der Insel, denn es ist bewölkt und wir wissen nicht, wie sich das Wetter entwickelt. So besuchen wir am Vormittag den Jungle-Park, so etwas wie ein Zoo – mit einer parkähnlichen Anlage. Wir spazieren kreuz und quer durch den Park und sehen uns die „Vogel-Flugschauen“ an. Es ist ein kurzweiliger Vormittag.

Vogelflugschau

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Auf dem Weg zum Hotel machen wir noch einen Halt beim Aquapark und bummeln durch die Anlage – die aber schon eher für Kinder gedacht ist. So fahren wir zurück zum Hotel.

Am Nachmittag spazieren wir der Strandpromenade entlang nach Los Cristianos.

Vom Hafen von Los Cristianos fahren die grossen Fähren zu den anderen Kanaren-Inseln.

Danach machen wir ein bisschen Siesta im Hotelzimmer, bevor wir uns zum Galadinner im Hotel begeben.

Ein unglaubliches Buffet wird da angeboten – mit vielen Exklusivitäten – wunderschön angerichtet. Zum Dessert wird nebst vielen anderen süssen Leckereien auch der Vulkan Teide aus Tiramisu angeboten. Zudem wird der Abend von Musik und Gesang umrahmt.

Donnerstag 16.Februar

Da uns wieder ein wolkenloser Tag erwartet beschliessen wir nochmals hinauf zum Pico del Teide zu fahren. Zuerst geht’s bergauf, auch hier wieder überall blühende Mandelbäume, aber auch Orangenbäume, dann hie und da mal eine hübsche Kirche oder ein kleines Dorf.

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Oben im Nationalpark nehmen wir diesmal aber die Strasse auf der Westseite des Teide, vorbei am Pico Viejo – dem Urvulkan der Insel. Auf der Fahrt durch den Park finden wir einen wunderschönen Wanderweg, der durch schwarzen Lavasand führt – nur hie und da wachsen ein paar junge Pinien aus dem kargen Boden. Wir sind auch hier wieder über 2000 m ü M., da kommt man beim bergaufwärts wandern schon mal etwas ins Schnaufen.

Spaziergang im Lavasand

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Von hier aus fahren wir nun hinunter zur Nordküste und zwar nach Icod de los Vinos, denn wir wollen uns „El Drago“ ansehen, dies ist ein ca. 500 Jahre alter Drachenbaum. Diese Bäume wachsen pro zehn Jahre einen Meter und werden hunderte von Jahren alt.

Drachenbaum – was dieser Baum wohl so alles zu erzählen hätte.

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Das Wetter ist wie meistens auf der Nordseite auch heute wieder trübe. So fahren wir am Nachmittag über Santiago del Teide wieder zurück zur Südküste und zum Hotel.

Heute Abend essen wir in einem TexMex-Restaurant in der Nähe des Hotels und machen wie jeden Abend einen Spaziergang auf der Promenade.

Freitag 17.Februar

Wieder ein Traumtägli – kein Wölkli am Himmel. Wir entscheiden uns für einen Ausflug per Fähre auf die kleine Nachbarinsel La Gomera. Mit der Expressfähre von Los Cristianos

aus dauert die Überfahrt 40 Minuten. Vom Schiff aus hat man eine einmalige Aussicht auf Teneriffa mit dem Teide – besonders an einem so klaren, wolkenlosen Tag.

Gomera mit Hauptstadt San Sebastian

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Auf La Gomera – von der Hafenstadt und Hauptstadt San Sebastian aus – fahren wir gleich los, auch hier auf einer kurvenreichen Strasse über das vulkanische Gebirge. Auch hier vorbei an blühenden Mandelbäumen und durch Lorbeewälder.

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Unser Ziel ist das Valle Gran Rei an der Südwestküste. Die Insel ist etwas grüner als Teneriffa, aber ebenfalls sehr steil, felsig und karg. La Gomera gilt als Wanderparadies.

Die kleine Ortschaft Valle Gran Rei liegt am Meer, hat einen schönen Strand und viele schöne Beizli entlang der Promenade. Hier setzen wir uns in eines der Restaurants, geniessen ein feines Mittagessen und schauen dem Treiben am Strand zu. Es ist wunderbar sonnig und warm (23,5° am Schatten).

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Nachmittags machen wir uns wieder auf den Weg über die Berge, machen hie und da einen Halt, geniessen die Aussicht hinunter in die Täler und zum Meer.

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Zurück in San Sebastian bummeln wir durch dieses hübsche Städtchen mit seinen schmucken Häusern.

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Columbus soll hier vor seiner Fahrt über den Atlantik nochmals Süsswasser aufgetankt haben – und mit diesem Wasser habe er dann Amerika getauft.

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Um 15:30 Uhr geht die Fähre zurück nach Teneriffa. Es war ein lohnenswerter Ausflug!

Zurück in Playa de las Americas beim Hotel, kommen wir gerade rechtzeitig zu einem wunderschönen Sonnenuntergang, den wir am Strand vor dem Hotel geniessen.

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Danach gehen wir zum Italiener eine Pizza essen. Wir können im Freien unter dem Sternenhimmel essen – es ist immer noch 20° warm!

Samstag 18.Februar

Unser letzter Tag auf Teneriffa. Nach dem Frühstück heisst es Kofferpacken. Da unser Flug erst um 16:30 Uhr geplant ist, machen wir noch einen Ausflug der Südküste entlang. Wir fahren nach Santa Cruz und dann von dort an die äusserste, südöstlichste Spitze der Insel nach San Andres. Hier befindet sich der schönste Badestrand von ganz Teneriffa – sagt man. Und ich denke dies trifft wirklich zu! Ein einmalig schöner Sandstrand mit einigen Palmen – im Hintergrund am Fels „klebt“ das kleine Dorf San Andres. Wir machen einen Spaziergang bis zum Ende des Sandstrandes, denn danach beginnt die schroffe Felsküste.

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Etwas später fahren wir hinauf zu einem Aussichtspunkt, von wo man eine wunderbare Aussicht über den Strand, San Andres bis hin zu Santa Cruz hat.

Auf der Rückfahrt zum Flughafen geraten wir in Santa Cruz in einen riesigen Stau, da heute der Fasching auf Teneriffa beginnt.

Wir sind aber trotzdem noch mehr als rechtzeitig beim Flughafen, wo wir das Auto zurückgeben.

Nun wird es etwas technisch. Die Boardingtime (geplant um 16 Uhr) verzögert sich, da es ein technisches Problem am Flugzeug gibt. Aber etwa um 16:30 Uhr können wir dann doch einsteigen. Der Pilot erklärt uns, dass es Probleme gebe mit dem Starten der Triebwerke – so müsse ein externes Druckluftsystem die Triebwerke starten – zuerst mal eines der Triebwerke, dann würden wir auf die Startbahn gezogen, dort sollte dann das zweite Triebwerk gestartet werden. Soweit so gut. Zwar konnte die Klimaanlage nicht in Betrieb genommen werden – es wurde ganz schön heiss im Flieger.

Dann irgendwann roch es etwas „streng“, das hat dem Piloten auch nicht mehr gefallen, da hiess es: alle wieder aussteigen – mitsamt dem Handgepäck.

Da standen wir nun und harrten der Dinge die da kommen sollten.

Es war inzwischen schon 18 Uhr  auf Teneriffa, also 19 Uhr in Zürich – eine Flugzeit von 4¼Stunden und um 23:30 Uhr geht der Flughafen in Zürich zu – man rechne…

Aber dann hiess es wir können wieder einsteigen – aber bitte etwas beeilen. Der Pilot sagte, er hätte leider keine Zeit mehr eine Ansage mit Infos zu machen, er müsse sich beeilen, dass wir Zürich noch vor 23:30 Uhr erreichen. Und er gab wirklich „Gas“! – um 23:25 Uhr landeten wir in Kloten – nach einem angenehmen, problemlosen Flug!

Zum Glück hatten wir um 00:30 Uhr noch einen Zug nach Weinfelden. Andere hatten da mehr Probleme! So waren wir um 01:30 Uhr zu Haue!

Wir haben eine wunderschöne, unvergessliche Woche auf der Insel Teneriffa verbracht – und werden noch lange von den Erinnerungen zehren.

 

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