Malta im Nov./Dez. 2011

Reisebericht Malta  28.Nov. – 4.Dez. 2011

Hier zuerst ein paar Daten zu Malta:

Die Insel Malta (ohne die Nachbarinsel Gozo) ist so gross wie der Kanton Zug, liegt 95 km südlich von Sizilien, ist seit mindestens 6’000 v.Chr. besiedelt – hat eine unglaublich bewegte Geschichte.

Immer wieder wurde die Insel von fremden Mächten eingenommen und beansprucht – vor allem wegen der strategisch wichtigen Lage für die Schifffahrt – zwischen Gibraltar und Konstantinopel.

Seit 1964 ist Malta unabhängig und seit 2004 ein EU-Mitglied

Die Insel ist sehr karg, steinig, mit nur wenig Bäumen und kaum Ackerland, da es an Wasser mangelt. So sind schon für den Alltagsgebrauch – besonders in den Sommermonaten – stetig Tankerladungen mit Wasser aus Sizilien nötig.

Die Sprachen sind Maltesisch und Englisch.

Auf Malta herrscht Linksverkehr.

Nun zu unserer Reise:

Montag, 28.Nov. 2011

Der Wecker läutet um 3:30 Uhr, denn um 4:30 Uhr fährt der Zug von Weinfelden zum Flughafen. Nach dem einchecken gönnen wir uns das Frühstück.

Das Flugzeug startet pünktlich um 7 Uhr. Wir fliegen mit Lufthansa über Frankfurt, das im Nebel liegt. Nach einem ruhigen Flug landen wir um 12 Uhr in Malta. Das Wetter ist schön, bei 22°.

Mit einem kleinen Shuttlebus werden wir direkt vors Hotel gefahren. Es ist das Hotel „Phoenicia“ direkt vor dem Stadttor von Valletta – ein altes Gebäude aus dem Jahr 1947, aber innen perfekt renoviert.  Wir bekommen ein schönes Zimmer im obersten Stockwerk, mit Aussicht auf die Stadt und den Hafen.

Valletta ist die Hauptstadt Maltas. Sie ist nur ca.900m lang und 700m breit, auf drei Seiten vom Meer umgeben. Längs in der Mitte verläuft die verkehrsfreie Einkaufstrasse, seitlich gehen viele schmale, steile Gassen ab, die hinunter zum Meer führen.

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Entlang der Einkaufsstrasse spazieren wir bis zum Fort Elmo, das an der Spitze der Landzunge liegt. Entlang dieser Fussgängerzone gibt es hier einen Laden nach dem andern,

zwischendurch viele Restaurants und Coffeeshops – meist mit Tischen im Freien.

Beim Fort Elmo angekommen besuchen wir das „Experience of Malta“, wo wir zuerst anhand eines Filmes die ganze Geschichte Maltas erfahren – unglaublich, was diese Insel an Kriegen erlebt hat. Danach nehmen wir an einer geführten Tour durch die „Sacra Infermeria“ teil, dies war einst ein Krankensaal der Johanniterritter und ist eine der längsten Hallen Europas und wurde bei ihrem Bau im 16. Jahrhundert als architektonische Meisterleistung anerkannt. Noch heute ein wunderschöner Saal mit Fahnen und Wappen der „Knights of St. John“ geschmückt.

Inzwischen ist es Nacht geworden, so spazieren wir zurück zum Hotel und essen in der Brasserie, einem der Hotelrestaurants.

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Dienstag, 29.Nov.

Heute Morgen ist der Himmel bedeckt. Nach dem Frühstück vom reichhaltigen Buffet – mit extrem feinem knusperigem Brot! – beschliessen wir zuerst mal das Archäologische Museum zu besuchen – es befindet sich in einem wunderschönen Barockgebäude aus dem Jahre 1571. Es werden hier Artefakte aus der Zeit von 5’200 v.Chr. bis 2’500 v.Chr. gezeigt z.B. die Schlafende Lady oder die Venus von Malta.

Was diese Steine wohl alles zu erzählen hätten!!!

Als nächstes besuchen wir die Kathedrale – von aussen ein eher schlichtes Gebäude, aber innen voller Prunk!

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Den Mittagsimbiss geniessen wir in einem typischen Maltesischen Restaurant und besuchen danach in der St. Francis Kirche ein Konzert mit klassischen Werken von Vivaldi, Mozart, Rossini und Strauss. Es ist wunderschön und total erholsam.

typische Maltesische Türklopfer

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Danach entschliessen wir uns noch eine Bustour mit dem Doppeldeckerbus zu unternehmen. Es ist eine Tour über die Insel, bei der man immer wieder ein und aussteige könnte (hop on – hop off) um sich Sehenswürdigkeiten anzusehen. Da die Tour aber ohne Stopps schon gute 3 Stunden dauert, fahren wir einfach mal mit – ohne auszusteigen.

Zwischendurch geht mal ein kurzer heftiger Gewitterregen nieder, danach sind die Strassen total überschwemmt, denn der Untergrund ist so steinig, dass das Wasser gar nicht versickern kann. Überhaupt bekommt man jetzt einen Eindruck, wie karg die Insel ist – kaum Bäume, fast kein Farmland, kein Nutzvieh – wir haben weder eine Kuh, noch ein Schaf oder eine Ziege gesehen. Wir lassen uns sagen, dass in der Maltesischen Küche vor allem Kaninchenfleisch auf den Teller kommt.

Bis wir wieder in Valletta sind, ist es bereits dunkel.

Mittwoch, 30.Nov.

Ein wunderschöner sonniger Morgen begrüsst uns. Nach dem Frühstück spazieren wir zuerst zum Upper Baracca Garden, einem hübschen kleinen Park, von wo man eine tolle Aussicht auf den Grand Harbor und die alten Städte Senglea und Vittorioso hat.

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Vallettas Gassen laden uns zum bummeln ein, dabei durchschreiten wir das Victoria Gate, das Haupttor zwischen Hafen und Stadt, benannt nach Königin Victoria,

besuchen anschliessend den Lower Baracca Garden – auch dies ein verspielter kleiner Park. Auch hier geniessen wir die grandiose Aussicht.

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Unser nächstes Ziel ist das Kriegsmuseum beim Fort Elmo und danach spazieren wir zur Karmeliterkirche St. Paul, die mit ihrem grossen Kuppeldach von weither zu sehen ist.

Nach einem Imbiss im Garten des Cafe Cordina bummeln wir noch ein bisschen durch Vallettas Einkaufsstrasse. Danach gönnen wir uns ein bisschen Siesta im Hotel.

Ausgeruht, machen wir einen Spaziergang durch den riesigen, wunderschön angelegten Hotelgarten,

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…besuchen danach die Casa Rocca Piccola. Dies ist ein Palazzo aus dem 16.Jahrhundert, ursprünglich das Anwesen des Malteserritters Pietro La Rocca. Heute ist es der Familiensitz des 9. Marquis de Piro, der mit seiner Familie hier wohnt und uns persönlich durchs Haus führt! Es gibt exquisite Möbel, uralte Gemälde, eine Hauskapelle, eine Bibliothek und die Speisezimmer zu sehen –  und es ist eine echt spannende Führung, der Marquis erzählt die Geschichte seiner Familie und dieses Gebäudes mit viel Humor.

Auch den grossen unterirdischen Luftschutzbunker können wir besichtigen, der im Zweiten Weltkrieg aus dem Fundament des Palazzo herausgemeisselt wurde.

Das war nun aber genug Geschichte für heute, so spazieren wir zum Hotel,  wo heute für die Gäste einen Apéro mit Champagner und feinen Häppchen offeriert wird. Dabei lernen wir den Küchenchef kennen – einen netten jungen Österreicher, der seit 3 Jahren auf Malta wohnt. Er erzählt uns einiges über das Leben und den Alltag auf Malta. Es sei für ihn eine riesige Umstellung gewesen – aber am meisten vermisse er die Berge – auf Malta ist der höchste Punkt auf 253 m! – es ist die Dindli-Klippe an der Südwestküste der Insel.

Danach essen wir im gediegenen Hotelrestaurant ein feines Maltesisches Menu.

Donnerstag, 1.Dez.

Heute steht eine weitere Bustour auf dem Programm, diesmal ist es die Südtour – zudem nehmen wir uns heute den ganzen Tag Zeit dafür – mit hop on and hop off.

Das Wetter ist wieder schön und warm – wir können gut auf dem oberen offenen Deck des Busses reisen.

Den ersten Stopp machen wir bei den Tarxien Tempeln – eigentlich wollten wir auch das Hypogäum – einen unterirdischen Tempel aus der Zeit von ca. 3’000 v.Chr. besuchen, aber man sagt uns, dass die Führungen bis zum Mittag ausgebucht seien – da immer nur 10 Personen pro Führung zugelassen werden. So lange möchten wir hier aber nicht warten.

So besuchen wir die oberirdischen Überreste der Tarxien Tempel – auch die aus der Zeit um 2’500 v.Chr. Man sieht viele Skulpturen,

verzierte Steinblöcke, Altäre aus Steinplatten und ein grosses Tongefäss. Auch hier frage ich mich, was all diese Steine zu erzählen hätten!!!

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Nach 1 Stunde nehmen wir wieder den Bus und fahren damit nach Marsaxlokk, einem hübschen kleinen Fischerdorf.

Im Hafen liegen bunte farbenfrohe Boote. Das Besondere ist, dass all diese Boote vorne zwei Augen aufgemalt haben – „the eyes of Osiris – for good luck“ – eine Tradition die ursprünglich aus Ägypten kommt.

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Marsaxlokk hat eine hübsche Uferpromenade, dort werden Handarbeiten, vor allem Geklöppeltes angeboten, aber auch Maltesische Spezialitäten.

Auch hier verweilen wir etwa 1 Stunde. Von hier aus bleiben wir im Bus sitzen bis nach Sliema. Wir geniessen die Fahrt über Land.

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Dabei streifen wir die Südküste Maltas, die zeigt, wie Maltas Urzustand war – steinig, mit felsiger Küste. In Sliema besteigen wir das Schiff und geniessen eine Hafenrundfahrt – durch all die natürlichen Buchten und Wasserarme.

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Beeindruckend ist, wie gross dieser natürliche Hafen ist – die Fahrt dauert 1½ Stunden. Vom Schiff aus sieht man besonders gut, die Befestigungen mit ihren hohen und mehreren Metern dicken Mauern und die Bastionen und Forts rund um den Hafen. Da dieser Hafen vom Meer aus nur schwer einzunehmen war, wurde Malta aus der Luft angegriffen – auf die Insel fielen, auf die Fläche bezogen, die meisten Bomben im Zweiten Weltkrieg.

Yachthafen von Msida

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Nach dieser interessanten Bootstour nehmen wir von Sliema aus das Wassertaxi um hinüber nach Valletta zu kommen.

Freitag, 2.Dez.

Heute ist wieder ein wunderschöner Tag.

Wir unternehmen nochmals eine Bustour, diesmal die Nordtour. Jeden morgen treffen wir vor dem Hotel zwei Malteser, die hier die Bustouren verkaufen. Es sind zwei Konkurrenten – von verschiedenen Anbietern (die Blauen und die Roten). Da wir mit beiden guten Kontakt haben und jeden Morgen mit ihnen ein bisschen plaudern, fällt es uns immer schwer, bei wem wir nun heute die Tour buchen wollen! So wechseln wir halt ab – wobei die blaue Firma eindeutig die bessere ist.

Nun heute fahren wir durch bis Mdina,

ehemalige Hauptstadt Maltas.

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Hier verlassen wir den Bus und spazieren durchs Stadttor hinein in die gepflegte historische Stadt – mit ihren engen Gassen und sehenswerten Häusern. Wir besuchen ein Museum und sehen uns einen Film über die Geschichte Maltas an.

Mit einem der nächsten Busse fahren wir weiter zum „Craft-Village“. Hier wird in alten Militärunterkünften (sogenannten Shelters) Kunsthandwerk angefertigt und verkauft, da sind Glasbläser, Töpfer, Pfeiffenmacher, Holzschnitzer, Steinbearbeiter, u.s.w. Auch viel Gestricktes, Geklöppeltes und Genähtes wird angeboten.

Es gefällt uns hier so gut, dass wir einen längeren Aufenthalt machen und einige Busse überspringen (es kommt jede halbe Stunde einer vorbei).

Weiter geht dann die Fahrt nach Mosta. Hier hat vor allem die Kirche eine interessante Geschichte. Im Zweiten Weltkrieg sind bei Luftangriffen viele Menschen in diese Kirche geflüchtet, da die Luftschutzräume schon voll waren. Da haben aber die Deutschen zwei Bomben abgeworfen, die eine durchschlug das Kirchendach und landete in der Kirche, die andere etwas ausserhalb der Kirche – und beide explodierten nicht!! – dies wird von den Maltesern als Lenkung Gottes, also als ein Wunder angesehen. Man kann die Bombe in der Kirche heute noch sehen.

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Jedoch hört man von Deutscher Seite, dass die Bomben gar nicht scharf waren (??). Aber ich denke, man sollte den Maltesern ihren Glauben lassen.

Den nächsten Halt machen wir in Sliema, das heisst der Bus fährt nicht mehr weiter – hier sei Feierabend. Na ja, zum Glück gibt es das Wassertaxi, das uns auch heute wieder nach Valletta bringt.

Nach einer kurzen Siesta im Hotelzimmer spazieren wir noch zum nahegelegenen Einkaufszentrum „Embassy“, dem einzigen in Valletta. Aber es ist nicht sehr ansprechend. So kehren wir zurück zum Hotel.

Samstag, 3.Dez.

Ein weiterer sonniger warmer Tag begrüsst uns. Wie jeden Morgen geniessen wir das vielseitige Frühstücksbuffet.

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Danach spazieren wir zum Botanischen Garten in Floriana und geniessen es zwischen Kakteen, noch ein paar blühenden Sträuchern und Bäumen, schönen Brunnen und lauschigen Plätzli durch den Garten zu flanieren.

Auch hat man von hier aus eine wunderbare Aussicht auf die Städte Pieta und Hamrun.

Unser nächstes Ziel ist nochmals der Upper Baracca Garden, wo wir an der Sonne ein Käfeli und die Aussicht über Stadt und Hafen geniessen.

Hier werden jeden Tag um 12 Uhr Salutschüsse abgefeuert. Da wir noch zu früh sind, machen wir noch einen Stadtbummel in Valletta.

Kurz vor 12 Uhr sind wir zurück auf Upper Baracca, dort geniessen wir eine private Führung – dabei werden uns die Kanonen erklärt, man zeigt uns wie sie geladen und abgefeuert werden.

Punkt 12 Uhr wird geschossen! – und das gibt einen unglaublichen Knall und man spürt den Rückstoss noch einige Meter entfernt!!

Als nächstes besuchen wir noch die „Lascaris War Rooms“. In den Lascaris War Rooms befinden sich in Bunkern diejenigen Räume, von denen aus alliierte Kommandeure während der großen Belagerung im Zweiten Weltkrieg Kriegsoperationen leiteten, darunter Eisenhower oder Montgomery. Auch hier hatten Ruedi und ich eine Privatführung – und es war wirklich interessant – sogar für mich.

Nach all diesen Kriegsgeschichten brauchten wir ein bisschen Siesta im nahegelegenen Hotel. Unser Hotel war strategisch so gut gelegen, dass es von überallher gut erreichbar war und wir dort immer mal wieder eine Ruhepause einlegen konnten.

Am Nachmittag nehmen wir uns ein Taxi, das uns zum Einkaufszentrum „The Point“ in Sliema bringt. Es ist das grösste Einkaufszentrum Maltas – sehr modern. Da schlendern wir durch alle Stockwerke und Shops und bewundern die Maltesische Weihnachtsdeko.

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Draussen ist es immer noch schön und fast sommerlich warm. An der Promenade gönnen wir uns eine Pause bei einem Drink auf einer Restaurantterrasse direkt am Hafen und geniessen den Sonnenschein.

Danach nehmen wir einmal mehr das Wassertaxi um zurück nach Valletta zu kommen.

Sonntag, 4.Dez.

Unser letzter Morgen auf Malta. Nach dem Frühstück machen wir noch einen Bummel durch den Hotelgarten, sitzen am Pool und geniessen die letzten warmen Sonnenstrahlen, bevor es zurück in die kalte Schweiz geht!

Im Ballsaal und den Gängen im Untergeschoss des Hotels findet heute noch ein Weihnachtsmärt statt – mit über 40 Verkaufsständen, an denen vor allem Handarbeiten angeboten werden. Ich kaufe noch ein paar Sachen ein.

Danach checken wir aus, denn um 10:45 Uhr kommt unser Privatchauffeur, der uns zum Flughafen bringt. Um 12:45 Uhr startet unser Flugzeug. Nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt, landen wir wohlbehalten um 18:30 Uhr in Zürich – obwohl die Landung etwas kritisch war, denn es zogen starke Windböen über Kloten.

Um 19:20  Uhr fährt der Intercity ab Flughafen nach Weinfelden, so sind wir um 20 Uhr zu Hause!

Wir haben eine wirklich interessante, abwechslungsreiche und doch erholsame Woche auf Malta verbracht und das bei sommerlich warmem Wetter – anfangs Dezember!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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