UNUN


 

Das UNUN ist ein HF – Transformator in Sparschalung.

Mit einem UNUN mit Abgriffen bei 1 : 4 ( 200 Ohm ) resp.1 : 9 ( 450 Ohm ) hat man die Möglichkeit die Langdrahtantenne 200 Ω oder 450 Ω  je nach gewähltem Amateurband optimal an 50 Ω des Transceivers anzupassen.

 

unun1419neu

Quelle : Zeichnung HB9LCD

 

 

UNUN 1 : 4, 200 Ω / 50 Ω

  • Spannungs-Übersetzung 1:2
  • Impedanzwandlung 1:4

UNUN 1 : 9, 450 Ω / 50 Ω

  • Spannungs-Übersetzung  1 : 3
  • Impedanz – Wandlung       1 : 9

Dies dient dazu hochohmige Antennen 200 – 250 Ω oder 450 – 600 Ω mit einem normalen Antennentuner problemlos an den Transceiver zu 50 Ω anpassen zu können.

Die Bezeichnung „magnetischer“ „BALUN“ ( balancd zu unbalanced ) ist nicht ganz zutreffend, da der Ein- und Ausgang ( unbalanced zu unbalanced ) also unsymmetrisch bleiben und gegen Erde erregt sind und unbedingt ein Gegengewicht benötigen.

Die Bezeichnung „magnetisch“ hat wenig mit einem Magneten zu tun.

Richtig ist es jedoch, dass ein Ringkern zur HF – Transformation benötigt wird.

 

Bemerkung:

Bevor ein UNUN eingesetzt wird, sollte man’s zuerst direkt mit dem Antennentuner ( ohne UNUN ) und gutem Gegengewicht ( Radialnetz, Metalldach etc. ) versuchen, ob das SWR auf 1 : 1 abgestimmt werden kann. ( Kabelzuleitungslänge siehe Kapitel SWR )

 

 


 

UNUN

Kurz zur Entstehungsgeschichte.

Die Impedanz Anpassung mit einem UNUN wurde ursprünglich nur für Empfangszwecke mit kleinen Ringkernen angewendet.

Im laufe der Zeit verwendeten OM’s Ringkerne die zur Leistungsübertragung, also zum Senden, geeignet waren und siehe da, es funktionierte !

Dabei gibt es jedoch ein paar Punkte, die man bei der Wahl der Antennendrahtlänge beachten sollte :

 


 

Drahtlängen

Exakte Drahtlängen mit λ/2 ( mit Verkürzung von 0,95 ) oder Vielfaches davon müssen dabei unbedingt vermieden werden!

Es sind dies:

  • 5,0 m              ( λ/2, 10 m Band,    28,50 MHz )
  • 10.0 m             ( λ/2, 20 m Band,  14.25 MHz )
  • 20,0 m             ( λ/2, 40 m Band,      7,1 MHz )
  • 38.5 m             ( λ/2, 80 m Band,      3.7 MHz )

Diese Antennenlängen weisen eine Fusspunktimpedanz von ca. 2500 Ω auf ( Spannungsmaximum ) und können nur bedingt mit einem UNUN 1 : 9 angepasst werden.

( 2500 Ω / 9 = 277 Ω ! )

Dafür gibt es optimalere Antennendrahtlängen wie :

 

 


 

 

Optimale Antennendrahtlängen:

  • 13,5 m :   für 10 / 12 / 15 / 17 / 20 / 40 / 80 m-Band

z.B. vertikal an Glasfibermast oder

  • 27,0 m:   für 10 / 12 / 15 / 17 / 20 / 40 / 80 m – Band ( effizienter )

z.B. invertet Vee Dipol abgespannt mit Mittelmast

Mit diesen Drahtlängen können annehmbare SWR Werte erzielt werden.

Mit einem UNUN 1 : 4 / 1 : 9 kann die optimale Anpassung besser an den Regelbereich des Antennentuners und den Transceiver ( 50 Ω ) angepasst werden. Dies macht nur Sinn wenn der Fusspunktwiderstand über 200 Ω liegt. ( Mit SWR Analyser messen )

Dabei wird die Antennenimpedanz um die Faktoren 4 ( 200 Ω ) resp. 9 ( 450 Ω ) nach unten auf ca. 50 Ω transformiert.

 

Je nach Antennenlänge und Frequenz ergibt dies:

        UNUN 1:4                                     UNUN 1:9

  • 600 Ω / 4 = 150 Ω                     1350 Ω / 9 =   150 Ω
  • 400 Ω / 4 = 100 Ω                      900 Ω / 9 =    100 Ω
  • 200 Ω / 4 =   50 Ω                      450 Ω / 9 =      50 Ω

Misst man ein UNUN mit einem SWR – Analyser durch, bemerkt man, dass ab ca. 18 MHz bis 28 MHz sich die SWR – Werte des UNUN stark verschlechtern. ( Ringkerne verhalten sich  nicht linear ! )

 

 


 

 

Zuleitung

Mit einer Koaxialkabelzuleitung von λ/2 elektrisch, RG58 / RG213 von ca. 28 m ( 10 – 80 m Band ) kann diese Antennen- Impedanz zum Tuner mit dem gleichen Wert übertragen werden und dort angepasst werden.

Eine andere Lösung ist der Einsatz eines automatischen Tuner direkt am Antennenfusspunkt, was nicht das Thema dieses Beitrages ist.

 

 


 

 

Gegengewicht

Wichtig ist beim Sendebetrieb mit einem UNUN ein gutes Gegengewicht zu verwenden, denn es ist eine unsymmetrische Antenne, die gegen Erde erregt ist!

Als Gegengewicht braucht es:

  • Radiales Drahtnetz am Fusspunkt der Antenne angeschlossen an den Erdklemmen des UNUN 1:4 / 1:9

z. B:  4 x1x 6.25 m  etc.

  • Koaxialkabelzuleitung ca. 14 m ( 10 – 40 m Band ) oder ca. 28 m ( 10 – 80 m Band ) lang

Das ganze Antennengebilde ist eine unabgestimmte, asymmetrische Antenne, die mit der Matchbox auf der gewünschten Frequenz in Resonanz gebracht werden kann.

Bei asymmetrischen Antennen treten im Gegensatz zu symmetrischen Antennen Ausgleichströme auf, die vor allem auf der Koaxialkabelzuleitung ( wirkt als Radial ) zurück ins Haus und in die Elektroinstallation fliessen. ( Stereoanlage des Nachbarn, Fernsehgeräte etc. )

 

Abhilfe:

Sehr nützlich oder besser gesagt zwingend ist eine Mantelstromsperre bestehend aus einem Ringkern mit ca. 5 – 6 durchgeschlauften Windungen aus RG 58.

 

 


 

 

Viel Erfolg beim Nachbau.

73 HB9LCD