Piemont, Camargue, Haute Provence, Ligurien Sept./Okt. 2011

26.Sept. - 24.Okt. 2011   (Verfasser: Brigitte)

Montag, 26.Sept.

Wir sind zwar erst vor 4 Tagen von einem 2½-Wochen-Campertrip heimgekommen, aber schon heute Morgen starten wir wieder in ein nächstes Abenteuer. Es ist ein wolkenloser Morgen und wir fahren einmal mehr in Richtung Süden. In der Raststädte Thusis schalten wir den obligate Frühstückshalt ein.

Um 13 Uhr sind wir schon auf dem Campingplatz Tamaro in Tenero. Wir beschliessen nur eine Nacht zu bleiben, waren wir doch erst vor 2 Wochen hier.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang zum Einkaufszentrum, den Rest des Nachmittages verbringen wir beim Camper mit relaxen. Da im Restaurant des Campingplatzes Wild angeboten wird, müssen wir das natürlich nutzen! Wir essen ein feines Rehschnitzel mit Spätzli, Rotkraut, Rosenkohl und Äpfel mit Preiselbeeren, zum Dessert noch ein Cassata – schlemmern total!

Dienstag, 27.Sept.

Heute geht die Fahrt dem Lago Maggiore entlang – wie immer auf der schmalen, kurvenreichen Strasse – mit Ziel Piemont. Kurz vor Intra beschliessen wir noch einen Abstecher nach Orta zu machen. Auf dem Campingplatz (Camping Orta) bekommen wir auch diesmal wieder einen schönen Stellplatz direkt am See.

 

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Vormittags machen wir uns auf, den „Heiligen Berg“ zu erklimmen. Dies ist ein Hügel am Ortsrand von Orta, der ganz dem Heiligen Franziskus gewidmet ist – dem Schutzpatron Italiens – und zwar mit 20 Kapellen, in denen immer ein Abschnitt aus dem Leben des Franziskus dargestellt wird – in Form von lebensgrossen Figuren oder Gemälden. Die Idee war damals, so auch den Analphabeten diese Geschichte nahezubringen.

Auf schönen, wenn auch oft etwas holprigen Spazierwegen gelangt man von einer Kapelle zur nächsten. Zwischendurch hat man immer wieder eine wunderbare Aussicht auf den Lago di Orta, die Insel San Giulio und das Städtchen Orta. Nach über einer Stunde bergauf und -ab, sind wir müde und so begeben wir uns hinunter ins Städtchen und nehmen hier das Schiff welches uns zur Insel San Giulio bringt, die mitten im Ortasee liegt.

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Ortasee und Insel San Giulio

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Da die Insel – die die „Insel der Stille“ genannt wird – ganz von einem Kloster eingenommen wird, gibt es ausser der Basilika nicht viel zu sehen. Wir machen trotzdem noch einen Spaziergang auf dem „Weg der Stille“ einmal rund ums Kloster. Da wir hungrig sind und das einzige Restaurant auf der Insel geschlossen ist, nehmen wir das nächste Schiff zurück nach Orta, wo wir uns auf der Piazza ein spätes Mittagessen gönnen (Ravioli alla Tartufo).

Danach geht’s zurück zum Campingplatz. Am Abend geniessen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Mittwoch, 28.Sept.

Wieder ein wolkenloser Tag. Unser heutiges Ziel ist Alba, im Piemont. Bis jetzt kennen wir vom Piemont nur die grosse Ebene mit den Reisfeldern, nun wollen wir die Weingebiete kennenlernen. Wir fahren auf der Autobahn bis Alessandria und nehmen ab dort die kleinen Nebensträsschen. Schon bald ändert sich die Landschaft total – es wird hügelig und wir fahren durch Rebberge und Olivenhaine.

Unterwegs versuchen wir ein auf einem Hügel gelegenes Dörfchen zu besuchen, doch es gibt keine Parkmöglichkeit für einen Camper, denn schon die Einheimischen stellen ihre Autos an allen möglichen und unmöglichen Orten ab!

Aber im Nachbardorf gelingt es uns dann zu parkieren und das hübsche Dorf zu besichtigen. Man hat von hier oben einen tollen Ausblick über die grossen Weingebiete.

Dank GPS finden wir den Campingplatz von Alba (Camping Alba Village) problemlos. Es ist ein Platz am Ortsrand von Alba. Da uns die Stadt beim vorbeifahren aber nicht wirklich gefallen hat, beschliessen wir den Nachmittag im Schatten auf dem Campingplatz zu verbringen.

Donnerstag, 29.Sept.

Wir haben uns an der Rezeption informiert, welches die sehenswerten Orte in der Piemonter Weinregion sind und man sagt uns, wir sollen La Morra und Barolo besuchen – was wir nun heute auf dem Programm haben. Vor allem La Morra ist sehenswert – ein hübsches Dorf auf einer Anhöhe gelegen, umgeben von Weinbergen. Wir bummeln durch die gepflegten Gassen, besuchen eine Gemäldeausstellung in einer Kirche und geniessen die Aussicht übers Land.

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Danach fahren wir weiter durch die Rebgebiete nach Barolo – auch dies ein schmucker Ort. Wir besichtigen die Kirche und das mittelalterliche Schloss, steigen auf den Turm und besuchen das Weinmuseum im Castello di Barolo. Ich weiss zwar nicht so recht was dieses Museum mit Wein zu tun hat??? – es kommt mir eher vor wie eine Geisterbahn – mit dunklen Gängen, skurrilen Figuren und Dingen, die ich gar nicht einordnen kann.

Im Campingführer haben wir von einem Campingplatz im Valle Gesso gelesen, den wir nun ansteuern. Bei Cuneo, dem Hauptort des Piemonts, fahren wir in ein Seitental und dann stetig bergauf   vorbei an Valdieri bis nach Entracque, eines der letzten Dörfer vor dem Nationalpark (Parco Naturale delle Alpi Marittime).

 

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Am Ortseingang liegt der Campingplatz (Camping Valle Gesso) – umgeben  von hohen Bergen. Hier merkt man allerdings, dass die Campingsaison langsam zu Ende geht – ein Teil des Platzes ist bereits geschlossen, so auch das Schwimmbad und das Restaurant. Ein holländisches Ehepaar und wir sind auch die noch einzigen Gäste.

Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang ins Dorf, auch das ist schon halb im Winterschlaf. In einem kleinen Restaurant trinken wir an der Sonne ein Käfeli – das 1Euro kostet!!

Wir erkundigen uns, wo man zu Abendessen könnte und man empfiehlt uns das Restaurant „Vecchia Mulino“, das sehr gut sei, aber etwa 1 km ausserhalb des Dorfes liegt. So machen wir diesen Spaziergang und freuen uns auf ein feines Essen. Dort angekommen, steht auf einem Schild: nur Samstag und Sonntag geöffnet! – heute ist Donnerstag. So machen wir uns hungrig auf den Weg zurück zum Campingplatz, kaufen im einzigen Laden im Dorf ein, der noch offen hat. So gibt es zum Znacht halt „Pasta Mediterranea“ und Salat. War auch ganz gut.

Freitag, 30.Sept.

Wir verlassen Entracque und fahren zurück bis Cuneo – dort entscheiden wir uns, durch den Tende-Tunnel zu fahren. Im Tunnel ist Einbahnverkehr, aber davor und danach ist es eine spannende, kurvenreiche Fahrt auf schmalen Strassen durch das enge Tal.

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Ventimiglia in Ligurien ist dann der Ort der Entscheidung, hier müssen wir uns entscheiden, wohin die Reise nun geht – wir beschliessen nach Cannes zu fahren und zu schauen, ob meine Cousine und ihr Mann noch da sind. Ich weiss, dass sie anfangs Oktober zurück in die Schweiz ziehen.

Es ist Mittag, als wir in Cannes ankommen. Bevor wir zum Campingplatz fahren, wollen wir sicher sein, ob die beiden noch hier sind. Da wir keine Telefonnummer bei uns haben, versuchen wir, ihr Zuhause auf eigene Faust zu finden – was uns beim zweiten Anlauf tatsächlich gelingt. Und siehe da…sie sind zu Hause und reisen erst morgen ab.

So fahren wir zum Campingplatz (Camping Les Cigales), den wir vom Besuch im Mai schon kennen. Wir verbringen einen Ruhenachmittag beim Camper, denn meine Cousine möchte den Nachmittag noch frei für den Wohnungsputz. Am frühen Abend kommen die beiden uns auf dem Campingplatz abholen und laden uns ein in ein hübsches kleines Restaurant zu einem feinen Abendessen und einem gemütlichen Zusammensein.

Samstag, 1.Okt.

Unser heutiges Ziel ist die Camargue, die wir schon lange mal besuchen wollten. So fahren wir auf der Küstenautobahn in Richtung Arles. Bei Salon en Provence gelangen wir aber in eine riesigen Stau, verursacht durch einen Unfall – wir sehen nur noch wie ein total zerknittertes, ausgebranntes Auto abtransportiert wird.

Danach läuft der Verkehr wieder flüssig. Bei Arles verlassen wir die Autobahn und fahren nach Saintes Maries de la Mer, durch die total flache Camargue mit ihren Reisfeldern. Überall sieht man Pferde, die man für Ausritte mieten kann – ist doch die Camargue ein Paradies für Pferdeliebhaber.

Wir fahren auf den Campingplatz (Camping La Brise) der direkt am Meer und zugleich am Ortsrand liegt. Es ist ein grosszügiger Platz mit schönem Strand, einer Poolanlage, Shop und Bar.

Da es ein heisser Tag ist (über 30°) gehen wir noch an den Strand und ich schwimme ein bisschen im Meer, es ist zwar eher ein „Herumplanschen“, denn man muss sehr weit hinausgehen, bis das Wasser tief genug zum schwimmen ist.

Danach machen wir noch einen Spaziergang entlang der Promenade ins Städtchen.

Zurück beim Campingplatz, verziehen wir uns schon bald in den Camper, denn im Campingführer wird gewarnt, dass die Stechmücken hier besonders aggressiv seien! Wir haben jedoch ein gutes Gegenmittel – und werden somit auch nicht gestochen.

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Sonntag, 2.Okt.

Heute machen wir uns nach dem Frühstück schon auf den  Weg – wieder entlang der Promenade, denn wir wollen mit dem 10 Uhr-Schiff eine 1½-stündige Rundfahrt machen.

Wir haben einen guten Sitzplatz auf dem Oberdeck des Schiffes. Es ist zwar auch heute wieder ein sehr heisser Tag, aber der Fahrtwind bringt etwas Kühlung. Das Schiff fährt zuerst auf dem offenen Meer der Küste entlang und folgt dann dem Flusslauf der Kleinen Rhone, die hier ins Meer fliesst. Während der Fahrt dem natürlichen Ufer entlang, kann man die vielfältige Vogelwelt beobachten. Entlang des Flusses sieht man vor allem Reisfelder, wo der berühmte Camargue-Reis wächst. Wir begegnen auch vielen Pferden und zahlreichen Stieren, die hier leben und auch mal in der Arena von Saintes Maries de la Mer zu einem Stierkampf antreten müssen. Im Gegensatz zu Spanien werden die Stiere hier aber beim Kampf weder verletzt noch getötet.

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Wieder zurück in der Stadt, besuchen wir am Stadtrand ein Feuchtgebiet, wo viele Flamingos leben. Danach bummeln wir durch die Gassen des Städtchens, shoppen ein bisschen,

steigen auf das Dach der Kirche, von wo man eine tolle Aussicht über die Stadt, ins Hinterland und hinauf aufs Meer hat.

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Am Nachmittag gehen wir zurück zum Camper und machen Siesta. Heute Abend möchte ich unbedingt den Sonnenuntergang fotografieren und zwar von dem Platz aus, wo man die beste Sicht hat und dies ist der am weitesten entfernte Pier! Da wir etwas spät dran sind, müssen wir einen echten Spurt  hinlegen – aber wir kommen gerade noch rechtzeitig an und das hetzen hat sich gelohnt!! Wir erleben einen einmalig schönen Sonnenuntergang – wir schiessen unzählige Fotos und  bleiben da, bis die Sonne total im Meer versunken ist.

Danach spazieren wir zu einem Restaurant nahe beim Campingplatz, wo wir auf einer Terrasse im ersten Stock mit Blick aufs Meer ein wunderbares Abendessen geniessen.

Montag, 3.Okt.

Wir bleiben noch einen Tag länger an diesem gefälligen Ort. Heute unternehmen wir einen langen Spaziergang – zuerst dem Strand entlang und dann auf kleinen Fusswegen durch die nahegelegenen Feuchtgebiete, wo wir wieder viele Vogelarten und Flamingos sehen. Immer wieder kommen uns Reitergruppen entgegen.

Den Nachmittag verbringen wir auf dem Campingplatz, grösstenteils im Liegestuhl. Ich schreibe am Reisebericht und bearbeite meine Fotos – es sind inzwischen…ich sage lieber nicht wie viele es schon sind!

Wir geniessen einen wunderschöne Abendstimmung und planen dabei den weiteren Verlauf unserer Reise. Wir müssen nun vor allem darauf achten, dass wir noch geöffnete Campingplätze finden.

Dienstag, 4.Okt.

Von Freunden bekamen wir den Tipp, wir sollten unbedingt „Les Baux“ besichtigen. (der Name Les Baux kommt vom provenzalischen Wort „Baou“ was „schroffer Fels“ bedeutet).

So beschliessen wir heute auf Nebenstrassen nach Aix en Provence zu fahren und unterwegs zu versuchen, ob man in Les Baux mit dem Camper überhaupt parkieren kann. Wir fahren auf so abgelegenen Strassen ohne Hinweisschilder, dass wir uns immer wieder durchfragen müssen. Aber schlussendlich finden wir diese einmalige Sehenswürdigkeit! Les Baux ist eine auf einem Felsvorsprung gelegene Burg und gilt als eine der schönsten historischen Sehenswürdigkeiten Frankreichs.

Unterhalb der Burg liegt ganz im Fels eingebettet das Dorf.

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Auf einem Parkplatz unterhalb der Burg können wir unseren Camper problemlos parkieren. Von dort aus machen wir uns auf – zuerst durch das einzigartige, ganz in den Fels geschmiegte Dörfchen, mit seinen engen Gässchen, den vielen Beizli und kleinen Läden.

 

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Danach geht es steil opsi – hinauf zur Burg – natürlich müssen wir hinauf bis zum höchsten Punkt! Oben angekommen, besichtigen wir die Türme und unterirdischen Gänge und geniessen vor allem den grossartigen Ausblick über die Provence! 

Wir sehen uns auch noch einen wunderschönen Film an über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Provence. Wir verweilen hier bis in den Nachmittag hinein, essen zwischendurch mal eine Pizza und kaufen noch ein paar Souvenirs.

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis Aix en Provence. Dank GPS und Koordinaten finden wir auch hier den Campingplatz (Camping Chantecler) auf Anhieb – er liegt am Stadtrand, in einem kleinen Wäldchen, hat einen Pool und eine gute Busverbindung ins Zentrum der Stadt,

Am Abend backen wir uns eine Pizza und machen dazu verschiedene Salate. Um 18 Uhr, nach Sonnenuntergang ist es immer noch 30° warm – und das am 4.Oktober!

Mittwoch, 5.Okt.

Wie jeden Tag ist es auch heute wieder wolkenlos und es scheint ein heisser Tag zu werden. Schon bald nach dem Frühstück nehmen wir den Bus, der uns vor die Tore der Altstadt von Aix en Provence bringt.

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Vormittags schlendern wir durch die Gassen, besuchen den Früchte- und Gemüsemarkt, besichtigen eine Kirche, ein paar schöne Brunnen, einige der alten Gebäude und schauen den Gauklern und Strassenmusikanten zu, die hier überall für Unterhaltung sorgen. Aber es ist eine unruhige Stadt, denn ausser den wenigen autofreien Plätzen, herrscht starker Verkehr und die Autos zwängen sich auch durch die noch so engen Gassen.

Doch fürs Mittagessen finden wir einen ruhigen, schattigen Platz in einem netten Restaurant direkt bei einem leise plätschernden Brunnen. Es ist wieder über 30° heiss.

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Herumbummeln in dieser hektischen Stadt macht müde und so nehmen wir den Bus zurück zum Campingplatz, wo wir uns im Liegestuhl erholen.

Donnerstag, 6.Okt.

Ein Tag in Aix en Provence reicht uns – so ziehen wir heute weiter und zwar wieder ans Meer – unser Ziel ist Bormes les Mimosas bei Le Lavandou  in der Nähe von Hyères.

unterwegs zur Côte d’Azur

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Auf dem riesigen Campingplatz (Camp du Domaine) bekommen wir einen Stellplatz nahe beim Strand – 2.Reihe.

Die Plätze sind sehr grosszügig und jeder Platz hat einen gedeckten Unterstand. Da ich morgen die Bett- und Frotteewäsche wechseln möchte, machen wir noch einen Spaziergang von unserem Stellplatz bis zur Rezeption (gute 20 Minuten! – so gross ist der Platz!!!) um dort Jetons für die Waschmaschine zu holen.

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Danach geniessen wir den schönen weissen Sandstrand. Zum Abendessen wird einmal mehr grilliert.

Freitag, 7.Okt.

In der zweiten Nachthälfte kommt ein starker Wind auf, sodass wir morgens um halb 6 Uhr unsere Sonnenstore einziehen müssen. Danach schlüpfen wir nochmals unter die Decke.

Nach dem Frühstück habe ich „grosse Wäsche“. Ich muss noch zusätzliche „Klüppli“ kaufen, denn der Mistral bläst so stark, dass er mir die Wäsche fast von der Leine reisst.

Dem Wind zum Trotz machen wir einen langen

Spaziergang auf der Strandpromenade ins benachbarte Le Lavandou. Aber es macht nicht wirklich Spass, denn man hat trotz Sonnenbrille den Sand in den Augen und vor allem knirscht es zwischen den Zähnen!! So gehen wir zurück zum Camper und packen alles ein, dass wir morgen früh weiterziehen können, denn der Mistral vertreibt uns von hier.

Da man bei diesem Sturm nicht grillieren kann und es den Salat eh vom Teller blasen würde, gehen wir ins Restaurant des Campingplatzes – einem gemütliches Beizli, danach sehen wir uns einen DVD an, denn draussen sitzen kann man bei diesem Sturm ja nicht.

Samstag, 8.Okt.

Die ganze Nacht durch stürmte es. Unsere Campernachbarn mussten sogar ins nahe Wäldli umziehen, da ihr „Aufstelldach“ dem Wind nicht standgehalten hätte.

Am Morgen hat der Wind etwas nachgelassen.

Ich gehe schon früh an den Strand und geniesse das immer wieder wunderschöne Schauspiel des Sonnenaufgangs – wie die Sonne aus dem Meer emporsteigt!

Nach dem Frühstück verlassen wir Bormes und beschliessen ins Hinterland zu fahren. Auf der Strassenkarte haben wir gesehen, dass es in der Haute Provence einen Grand Canyon gibt – da müssen wir natürlich hin.

Wir fahren einmal mehr auf kleinen Nebensträsschen zuerst in Richtung Aups und dann nach Les Salles sur Verdon am Lac Sainte Croix. Der gefällige Campingplatz (Camping Les Pins) liegt direkt am See und ist trotzdem nur schwach besetzt. Wir erkundigen uns an der Rezeption nach Ausflügen zum Canyon. Man sagt uns, man könne eine 2-, eine 4- oder eine 6-stündige Tour machen und es sei mit dem Wohnmobil möglich. So beschliessen wir, die 2-stündige Route zu fahren – überlegen uns aber, dass es heute Samstag ev. weniger Verkehr hat als morgen Sonntag.

So machen wir uns nach einem kurzen Picknick auf den Weg. Zuerst fahren wir den See entlang bis zu einer Brücke, die den Eingang zum Canyon überquert, denn unsere geplante Route liegt auf der Ostseite des Canyons. Von hier aus geht es auf einer sehr schmalen kurvenreichen Strasse bis zur Ortschaft La Palud sur Verdon, wo dann der Rundkurs beginnt, den wir glücklicherweise in der richtigen Richtung anfahren, denn er ist grösstenteils nur in dieser einen Richtung befahrbar!! Es ist ein echter Nervenkitzel – auf einer Seite die steile Wand nach oben – mit teilweise vorstehenden oder gar überhängenden Felsen, auf der anderen Seite die Schlucht, wo es bis zu 700m in die Tiefe geht und das oft ohne Leitplanken!! Aber Ruedi meistert das souverän, er hat sogar Spass daran.

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Diverse Aussichtspunkte laden uns zum anhalten an und wir wagen hie und da einen Blick in die Tiefe! – wirklich imposant! Nach etwa 2½ Stunden sind wir wieder zurück beim Campingplatz.

Sonntag, 9.Okt.

Es ist ein kalter, aber wolkenloser Morgen (8°). Wir bleiben noch einen Tag in La Salles sur Verdon, denn es ist ein wirklich schöner, erholsamer Ort. Heute machen wir einen Spaziergang – aber wir nehmen es gemütlich!! -

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…zuerst dem See entlang und dann durch das Dörfchen, welches einen sehr gepflegten Eindruck macht. Es ist ein relativ junges Dorf, denn das alte wurde beim Bau der Staumauer und dem Auffüllen des Sees 1974 überflutet und liegt heute 40 m unter der Wasseroberfläche.

Wir kaufen in einer Bäckerei frisches Brot und noch etwas Früchte im Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet hat, wir schauen den Männern des Dorfes beim sonntäglichen Boule-Spiel zu und geniessen die Ruhe in diesem Dorf.

Den Nachmittag verbringen wir beim Camper. Wir geniessen einen Lesenachmittag,

Montag, 10.Okt.

Wir planen eigentlich heute für ein bis zwei Nächte nach Antibes an die Côte d’Azur zu fahren. Zuvor wollen wir jedoch noch auf der Westseite des Canyons entlangfahren. Aber bei der Zufahrtsstrasse steht ein Schild: “Höchstbreite 2m“, da kommen wir leider nicht durch.

Dafür haben wir von hier eine wunderbare Aussicht auf den See und die Haute Provence

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Danach nehmen wir die Nebenstrasse in Richtung Grasse, aber diesmal lohnt es sich nicht auf der Nebenstrasse zu fahren, denn sie ist sehr kurvenreich, immer im Wald, man sieht also nichts als Bäume und man kommt nicht vorwärts.

Von unseren Freunden wissen wir, dass sie ab dem 10.Okt in San Remo sein werden. Da überlegen wir uns, ob wir heute schon nach San Remo fahren sollen (?). Nach einem kurzen Telefonat, ist klar, wir treffen uns um 15 Uhr auf dem Campingplatz (Camping Villaggio die Fiori) in San Remo.

Ab Fréjus nehmen wir die Autobahn und so sind wir um 14:30 Uhr in San Remo. Aber ojeh, bei der Einfahrt zum Campingplatz hängt ein Schild, darauf steht: Campingplatz besetzt!

Ruedi erkundigt sich an der Rezeption und man sagt ihm, es hätte noch einen letzten Platz, also dürfen wir nicht wählerisch sein und den sehr schattigen Platz nehmen – auch stehen nur 3 Amp. Strom zur Verfügung, was nicht mal reicht um unsere Kaffeemaschine zu betreiben – also wird zur Abwechslung mal Kaffee gekocht.

Etwa 15 Minuten später treffen unsere Freunde ein. Da die beiden diesen Urlaub geplant haben, haben sie für 12 Tage einen Stellplatz reserviert und bekommen daher einen VIP-Platz. Wir dagegen sind da halt immer etwas spontan und passen uns der jeweiligen Situation an. Aber wir wissen schon jetzt, dass wir hier höchstens 2 Nächte bleiben werden.

Vor allem stimmt bei diesem Campingplatz das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Es ist der teuerste Platz auf dem wir je waren – und wir haben schon viel bessere Plätze gesehen.

Aber es ist schön unsere Freunde zu treffen. Am Abend kochen wir gemeinsam und geniessen einen schönen noch angenehm warmen Abend.

Dienstag, 11.Okt.

Nach dem Frühstück machen wir uns alle gemeinsam auf zu einem Ausflug in die Stadt. Wir nehmen den Bus, der uns ins Zentrum führt. Von dort spazieren wir die Promenade entlang und machen mal Pause bei einem Kafi. Danach beschliessen wir zu Fuss zurück zum Campingplatz zu gehen, immer dem Meer entlang, ein schöner Spaziergang – fast 3 km.

Unterwegs gönnen wir uns allerdings noch einen grossen Becher Eis!

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Nahe beim Campingplatz tätigen wir noch ein paar Einkäufe fürs Abendessen. Zurück beim Camper machen wir Siesta. Auch heute Abend kochen wir wieder gemeinsam und sitzen plaudernd beisammen, bis es kühl wird.

Wir verabschieden uns von unseren Freunden, denn wir ziehen morgen weiter.

Mittwoch, 12.Okt.

Recht früh verlassen wir heute San Remo und fahren auf der Lokalstrasse nach Cervo. Wir kommen einfach nicht an diesem Ort vorbei, ohne einen Halt von 1-2 Nächten zu machen.

Wir haben uns zwar vorgenommen, diesmal einen anderen Campingplatz zu testen (den Nachbarplatz). Bei der Einfahrt sagt man uns aber schon, dass 3 Nächte ein Mindestaufenthalt seien – und das ist uns zu lange, also nehmen wir den bewährten und von uns geliebten Platz (Camping Del Mare), der aber am Sonntag seine Tore schliessen wird und daher schon halb leer ist.

Wir sind schon um 11 Uhr in Cervo, obwohl unterwegs in Imperia ein rechtes Verkehrschaos herrschte.

Wir geniessen einen Faulenzernachmittag und gehen am Abend ins Restaurant des Campingplatzes essen.

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Danach bleiben wir noch lange am Strand und erfreuen uns am beinahe Vollmond!!!

Donnerstag, 13.Okt.

Ein weiterer wolkenloser Morgen begrüsst uns. Ich gehe schon früh an den Strand und erlebe einmal mehr einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf ins Städtchen Cervo – ist halt immer wieder schön!

Wir steigen durch die engen Gassen hinauf bis zum Castillio und der Kirche und machen Pause auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick aufs Meer.

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Gegen Mittag spazieren wir zurück zum Camper.

Nach etwas Siesta im Liegestuhl am Strand, unternehmen wir noch einen Lauf über San Bartolomeo nach Diano Marina und zurück. Die Temperaturen sind angenehm, heute 26°.

Spaziergang nach Diano Marina und Cervo im Abendlicht

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Am Abend wird grilliert. Dann packen wir schon mal alles ein, denn morgen ziehen wir weiter. Danach verweilen wir noch lange an der Beach und erfreuen uns an der sternenklaren Vollmondnacht.

Freitag, 14.Okt.

In der Nacht kam ein starker Wind auf. Wir fahren heute auf der Autobahn nach Chiavari, denn wir wollen Genua grossräumig umfahren. Aber mit dem Wind ist es recht kritisch, denn die Strecke führt über unzählige hohe Autobahnbrücken und es weht uns manchmal fast runter.

Um 11:30 Uhr kommen wir aber wohlbehalten auf dem Campingplatz Al Mare in Chiavari an – ein sehr einfacher Campingplatz, aber uns gefällt’s hier, kommen wir doch schon zum 3. Mal hierher obwohl es in der Gegend einige  sicher bessere Plätze hat. Wir werden aber auch wie alte Bekannte begrüsst!

Es bläst auch hier ein unglaublich starker Wind. So beschliessen wir am Nachmittag einen Ausflug nach Vernazza in Cinque-Terre zu machen. Wir spazieren zum Bahnhof und nehmen den 12:30-Uhr-Zug. Nach einer knapp einstündigen Zugfahrt mit Halt in jedem kleinsten Dörfchen sind wir doch um halb 2 Uhr schon in Vernazza – einem sehenswerten Örtchen. Wie die meisten Dörfer in Cinque Terre liegt es in einer Bucht.

Vernazza hat keinen Autoverkehr und ist eines der noch erhaltenen Fischerdörfer an der italienischen Riviera.

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Das Dorf wurde ums Jahr 1000 gegründet! Ursprünglich ein Fischerdorf – heute ein hübscher Touristenort – mit unzähligen Restaurants und Shops, einer Burg, einer Kirche und einem kleinen Sandstrand.

Als spätes Mittagessen gönnen wir uns hier eine Pizza. Danach schlendern wir durchs Dorf, lädelen und geniessen den wolkenlosen Tag. Mit dem 16-Uhr-Zug fahren wir zurück nach Chiavari und geniessen eine wunderschöne Abendstimmung.

Chiavari

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Samstag, 15.Okt.

Ein wolkenloser Morgen begrüsst uns – ganz ohne Wind! Ich gehe schon früh an den Strand.

Nach dem Frühstück spazieren wir auch heute wieder zum Bahnhof. Diesmal fahren wir aber in die andere Richtung  nach Rapallo – nur zwei Stationen weit. Dort bummeln wir durch die Gassen und besuchen den Früchte- und Gemüsemarkt.

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Danach begeben wir uns zum Hafen, wo wir das 11-Uhr-Schiff nach San Fruttuoso nehmen. Es ist eine einstündige Schifffahrt mit Halt in Santa Margherita und Portofino.

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San Fruttuoso ist ein Kloster, das in einer total versteckten aber einmalig schönen Bucht liegt – mit einem kleinen Kiesstrand und türkisfarbenem, glasklarem Wasser.

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Zuerst mal setzen wir uns auf eine Restaurantterrasse mit Blick über die Bucht und essen etwas Kleines.

Den Nachmittag verbringen wir mit einem Aufstieg zum Turm, einem Spaziergang zu einer kleinen Nachbarbucht – trppauf-treppab! – und mit sünnelen am Strand. Es ist wolkenlos und 25° warm.

Mit dem 14:30-Uhr-Schiff fahren wir zurück nach Rapallo und mit dem Zug nach Chiavari.

Auch heute bleiben wir noch lange am Strand, denn der Sonnenuntergang und die Abendstimmung danach sind einfach zu schön! Wir beschliessen noch eine Nacht länger zu bleiben – einfach weil’s so schön ist.

Sonntag, 16.Okt.

Es ist Sonntag und drum schlafen wir heute etwas länger – bis uns die Kirchenglocken der kleinen Kirche auf dem nahen Hügel wecken. Es ist recht kühl heute Morgen (15°).

Nach dem Frühstück nehmen wir auch heute wider den Schnellzug nach Rapallo – er fährt ohne Halt bis Rapallo – wir hatten schon Angst, er halte nicht mehr an bis Genua – aber wir hatten noch mal Glück. Unser heutiges Ziel ist Montallegro – ein Kloster, hoch über Rapallo gelegen.

Nach mehrmaligem fragen, finden wir die Talstation der Seilbahn. Und sie fährt auch gleich los – so sind wir schon um 11 Uhr auf dem Berg. Die Reise hat sich wiedermal gelohnt – man hat von hier oben eine wunderbare Aussicht über Rapallo und nach Portofino, dann hinaus aufs Meer und in die hügelige, bis gebirgige Landschaft im Hinterland. Zum Kloster gehört die grossartige, schön renovierte Liebfrauenkirche von Montallegro – ein Wallfahrtsort.

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Gemütlichen spazieren wir durch den Wald – auf dem Stationenweg – bis wir zu einem Restaurant kommen mit einem Gartenbeizli unter schattigen Bäumen, denn es ist schon wider recht warm. Auch von hier aus hat man eine geniale Weitsicht.

Nach Kaffe und Kuchen spazieren wir zurück zur Bahn.

Wieder unten in der Stadt, begeben wir uns direkt zum Bahnhof – hier wartet der Zug schon auf uns – es reicht nicht mal mehr um unsere Tickets abzustempeln – zum Glück gibt es im Zug keine Kontrollen!!

Wieder zurück beim Camper geniessen wir einen ruhigen Nachmittag mit sünnelen, schreiben und der weiteren Reiseplanung. Am Abend wird grilliert und dann – wie jeden Tag erfreuen wir uns am Sonnenuntergang über Portofino.

Montag, 17.Okt.

Es war eine stürmische Nacht – ich bin 2x kurz aufgewacht und habe das Rauschen des Windes in den Bäumen gehört – habe aber trotzdem bestens geschlafen.

Wir kennen unser Ziel noch nicht, wir fahren einfach mal los in Richtung Toskana. Da es in Chiavari heute Morgen bewölkt war, lassen wir das Wetter entscheiden, ob wir in Richtung Florenz oder der Küste entlang fahren werden – wir fahren einfach dorthin, wo das Wetter besser ist. Doch schon bei La Spezia verschwinden die Wolken und es wird ein strahlendschöner Tag.

So bestimmen wir mal Vada bei Livorno als Tagesziel. Wir fahren die ganze Strecke auf der Autobahn, denn als erstes wollen wir Cinque Terre umfahren, denn diese Strecke sind wir letztes Jahr auf Nebenstrassen gefahren – dann wollen wir auch die Städte Pisa und Livorno umfahren. Trotz einem Halt bei einer Raststätte und einem Grosseinkauf bei Coop, sind wir noch vor dem Mittag in Vada auf dem Campingplatz Tripesche.

Der Platz liegt direkt am Meer mit einem wunderschönen 350 m langen und 40 m breiten Sandstrand – der Platz ist durch eine kleine Düne vom Strand getrennt und ist nur schwach belegt.

Nach einem kleinen Mittagessen und ein bisschen Siesta, machen wir einen Strandspaziergang. Es ist wolkenlos, aber es wird langsam kühler (am Schatten 22°) – ist ja auch schon mitte Oktober.

Erstmals auf dieser Reise stellen wir das Vorzelt auf, denn wir lieben es auch abends draussen zu essen – und nicht im Camper drin.

Zuerst setzen wir uns aber noch mit den Liegestühlen an den Strand und erfreuen uns an einem grossartigen Sonnenuntergang – denn auch hier versinkt die Sonne draussen im Meer. Sobald die Sonne weg ist, wird es kalt – so verziehen wir uns nach dem Essen in den Camper, schalten die Heizung ein und schauen einen DVD.

Als Überraschung bekomme ich noch einen Telefonanruf von meiner Freundin aus USA, die unsere regelmässigen Verbindungen per Mail oder Skype vermisst!

Dienstag, 18. Okt.

Einmal mehr begrüsst uns ein wolkenloser Tag – und nach der eher kühlen Nacht (10°) wird es heute jedoch bald wärmer und bis Mittag erreichen wir 25°.

Nach einem Faulenzermorgen mit lesen (ich) und “spielen” mit dem Kurzwellenradio (mein Mann), einem Campingplatz-Rundgang, ein bisschen einkaufen im Lädeli und einem Birchermüesli zum Zmittag, machen wir uns auf zu einem Spaziergang – alles dem Strand entlang – in einen nahegelegenen Ort (Name?).

Man merkt, dass die Touristen-Saison vorbei ist, es ist kaum jemand auf der Strasse und die Gartenbeizli sind leer. So spazieren wir am Hafen vorbei und dem Strand entlang zurück zum Campingplatz – dort machen wir Siesta und geniessen einen Ruhenachmittag an der Sonne.

Wir beschliessen auch den morgigen Tag noch hier zu verbringen, denn am Donnerstag treffen wir unsere Freunde wieder – sie wechseln von San Remo nach Chiavari.

Mittwoch, 19. Okt.

Die Nacht war nicht so kalt wie die vorherige und auch heute Morgen sind es bereits 15°, dafür hat es ein paar Wolken. Nach dem Frühstück “nuschet” Ruedi – das heisst er räumt mal all seine diversen Kistli neu ein (Werkzeug, Häringe…), denn wenn wir zu Hause ankommen, werden wir den Camper für den Winter einmotten – da sollte doch Ordnung sein.

Bis zum Mittag haben sich die Wolken aber aufgelöst und es ist 26° warm.

So machen wir uns am Nachmittag zu einem weiteren Spaziergang auf.

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Zuerst dem Sandstrand entlang – diesmal in die entgegengesetzte Richtung – bis wir nach Molino al Fuoco kommen, einem kleinen Dorf. Hier machen wir kehrt und nehmen den Rückweg unter die Füsse – diesmal aber nicht dem Strand entlang sondern durch einen wunderschönen Pinienwald. Da es ein Naturschutzgebiet ist, ist der Waldweg anfangs richtig verwildert – wir kommen uns vor wie Hänsel und Gretel im tiefen Wald und haben das Gefühl, bei der nächsten Biegung müssten wir zum Hexenhäuschen kommen. Bald aber wird der Weg breiter und gepflegter – einfach wunderschön!! – es duftet nach Tannennadeln und Harz, der Weg ist weichgepolstert von Piniennadeln, zwischen den Bäumen hindurch sieht man den tiefblauen Himmel und die Sonnenstrahlen, die den Weg durch die Pinien finden. Wir sind ganz alleine unterwegs und man hört nichts als Vogelgezwitscher und das ferne Rauschen des Meeres.

Zurück beim Camper – ein bisschen relaxen, alles einräumen, denn morgen ziehen wir weiter.

Donnerstag, 20. Okt.

Die Sonne weckt uns, aber es sind schon en paar Wolken zu sehen. Wir verlassen den Campingplatz und sehen in Cécina noch einen Lidl – da kaufen wir noch einiges ein.

Wie wir den Laden verlassen, blitzt und donnert es gewaltig – mir wird richtig bange. Wir können grad noch die Einkäufe in den Camper laden, da regnet es schon – und zwar in Strömen – das erste Mal Regen seit 6 Wochen!!!! Bei Cécina fahren wir auf die Autobahn – und man sieht vor lauter Regen kaum die Fahrbahn! Aber schon 20 Minuten später lassen wir das Gewitter hinter uns und das Wetter bessert sich von Minute zu Minute. Bald lacht uns die Sonne wieder vom tiefblauen Himmel.

Kurz vor Mittag kommen wir auf dem Campingplatz in Chiavari an. Wir stellen auch heute das Vorzelt auf, denn die Abende sind schon recht frisch.

Um 14 Uhr treffen unsere Freunde ein.

Am Nachmittag spazieren wir in die Stadt – lädelen ein bisschen, besuchen eine herzige Cafeteria und bummeln der Promenade entlang.

Am Abend gibt es ein gemeinsames, gemütliches Käsefondue. Dank Fonduerechaud und vielen Kerzli, wird es angenehm warm im Vorzelt.

Freitag, 21. Okt.

Heute wollen wir zusammen mit unseren Freunden nochmals nach San Fruttuoso fahren.

Also heisst es um 9 Uhr „Abmarsch“ zum Bahnhof. Komischerweise ist der Bahnschalter, wo wir sonst jeweils die Billette kauften, geschlossen (?), so plagen sich unsere Männer mit dem Billettautomaten ab – irgendwann bekommen sie dann ihre Tickets. Um 9:48 Uhr sollte der Zug nach Rapallo fahren – aber kein Zug kommt – erst nach und nach merken wir warum…es wird gestreikt!! – also kein Zug!!

Da auch der Informationsschalter geschlossen ist, stehen wir etwas ratlos da – bis wir die Idee haben, im nahen Touristoffice um Rat zu fragen. Dort sagt man uns, dass von der Kathedrale weg ein Bus nach Rapallo fährt – und siehe da – er fährt pünktlich. Aber es ist eine furchtbare Fahrt – wir rasen auf der schmalen, kurvenreichen Bergstrasse – hoch über der Küste – nach Rapallo!!

Aber in Rapallo erreichen wir sogar noch das 11-Uhr-Schiff. Es ist einmal mehr eine wunderschöne, erholsame Fahrt, vorbei an Santa Margherita und Portofino – wo zwei  grosse Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen. In San Fruttuoso, dem Kloster, das einsam in einer kleinen Bucht liegt, steigen wir aus. Wir lassen uns am Strand nieder, picknicken und geniessen die Ruhe an der Sonne. Mit dem nächsten Schiff verlassen wir San Fruttuoso wieder und fahren der schroffen Küste entlang nach Portofino.

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Zuerst mal ein Bummel durch das Städtchen, dann lassen wir uns in einem Restaurant nieder um ein Eis zu essen, aber die Serviererin ist überlastet – sie stürmt nur immer grimmig an uns vorbei… so verlassen wir das Restaurant wieder und kaufen uns das Eis in einer Gelateria nebenan.

Mit dem 15:30-Uhr Schiff geht es zurück nach Rapallo – wo immer noch keine Züge fahren. Also nehmen wir wieder den Bus, doch wir haben Glück, diesmal ist es ein „anständiger“ Chauffeur und ich kann die Fahrt sogar geniessen, denn man hat einen einzigartigen Ausblick hinunter zur Küste und hinaus aufs Meer.

Wieder in Chiavari, kaufen wir noch fürs Abendessen ein und spazieren zurück zum Camper.

Samstag, 22. Okt.

Es ist einmal mehr ein wolkenloser Tag. Am Vormittag brechen wir das Vorzelt ab und packen schon vieles ein, denn morgen geht es weiter ins Tessin.

Da es in Chiavari schöne Ladenstrassen und hübsche Geschäfte hat, gehen wir zwei Frauen lädelen, während Handie Männer den Botanischen Garten besuchen.

Nach 1½ Stunden shoppen, sind wir müde und besuchen wieder die herzige Cafeteria, wo wir vor zwei Tagen schon mal waren. Wir gönnen uns eine heisse Schokolade mit viel Rahm!! – kaum haben wir uns hingesetzt, kommen unsere Männer – sie hatten die gleiche Idee!

Danach spazieren wir zurück zum Campingplatz – unterwegs sitzen wir an der Promenade noch ein bisschen an die Sonne und geniessen unseren letzten Tag in Italien.

Für den heutigen Abend haben wir uns einen Tisch in einem feinen Restaurant reserviert, nahe beim Campingplatz. Da erst ab 19:30 Uhr Essen serviert wird, nehmen wir zuerst einen ausgiebigen Apéro. Es ist ein hübsches Restaurant – mit Meersicht. Als wir letztes Mal hier waren, konnten wir draussen auf der Terrasse essen – aber nun ist es definitiv zu kalt – Meersicht hin oder her. Nach dem Apéro in der Lounge, bekommen wir einen hübsch gedeckten Tisch – dann schon mal ein Glas Prosecco und ein paar Häppchen. Als Menu essen wir zuerst einen Gartensalat, dann feine Pfeffersteaks mit im Ofen gebratenen Kartoffelscheiben – uu fein! – dazu gibt es einen Wein aus Ligurien und zum Dessert Schokokuchen mit Amarena.

Danach geht’s im Laufschritt zum Camper, denn es ist inzwischen nur noch etwa 10°!!

Sonntag, 23. Okt.

Heute heisst es früh aufstehen – um 7 Uhr, denn wir wollen um 9 Uhr losfahren. Aber unsere Freunde und âuch wir sind so flink, dass wir schon um 10 nach 8 Uhr abfahrtbereit sind!

So verlassen wir Chiavari an diesem wolkenlosen Morgen und fahren gemeinsam auf der Autobahn über Genua und Alessandria in Richtung Lago Maggiore.

Ausser einem Tankstellenhalt fahren wir durch bis Tenero. Es hat nur mässig Verkehr und wir kommen gut voran – so stehen wir um 13 Uhr schon vor dem Campingplatz, der aber über Mittag bis 14 Uhr geschlossen ist. Kein Problem – wir genehmigen uns im Campingplatz-Restaurnt einen Kaffe und Kuchen.

Es hat viele freie Stellplätze, so suchen wir uns die besten aus.

Das Wetter ist auch hier im Tessin schön, nur schon etwas kühler – doch können wir den letzten Ferientag im Liegestuhl an der Sonne geniessen.

Am späteren Nachmittag räumen wir alles ein, denn morgen geht es definitiv nach Hause!

Als würdigen Abschluss gehen wir am Abend ins Restaurant essen.

Montag, 24. Okt.

Der wolkenlose Himmel an diesem Morgen macht es uns nicht gerade leicht das Tessin zu verlassen. Aber alles hat ein Ende…

Um 8:30 Uhr verabschieden wir uns von unseren Freunden, die etwas später und dann durch den Gotthard heimreisen werden. Wir fahren durch den San Bernardino. Bei so schönem Wetter ist diese Fahrt jedes Mal ein Genuss – zumal es meistens wenig Verkehr hat.

In Thusis machen wir den obligaten Halt – gönnen uns einen Kaffe und ein Stück Kuchen.

Um 12:30 Uhr sind wir in Weinfelden.

Wir haben wieder  vier interessante, pannenfreie Wochen verbracht und hatten ausser einem kurzen Gewitter und einem stürmischen Tag (Mistral), immer Bilderbuchwetter. Es ist halt schon so: „wenn Engel reisen…“.

Es tat auch gut mal fast 7 Wochen lang (beide Reisen zusammen) keine Zeitung, kein TV, kein Radio und kein Internet zu haben – so ganz ohne Politik, Finanzkrise, Katastrophen…!! J

Nun ist auch dieses Abenteuer zu Ende – aber ich will nicht jammern, waren wir doch dieses Jahr volle 14 Wochen mit dem Camper unterwegs!!

 

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